* Der ländliche Tourismus samt Dörfern, Bergen und Bädern findet seine Anfänge im 19. Jahrhundert und wurde unter den Touristen aus Westeuropa schnell beliebt.
* Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden 35-45% aller Urlaube in ländlichen Gegenden gemacht. Trotzdem verschwand dieser Tourismus nach 1945 völlig und die Reorganisation des Marktes stößt auf erhebliche Hindernisse:
- fehlender institutioneller Rahmen
- schlechte finanzielle Situation der Touristen und Unternehmer
- die relative Unterentwicklung der Regionen mit den attraktivsten Ressourcen der touristischen Entwicklung
- das schwache Interesse professioneller Touristenorganisationen (da die Entwicklung des ländlichen Tourismus nur einen niedrigen Ertrag verspricht)
- fehlende Geschäfts- und Bewirtungsfähigkeiten
- fehlende Qualität und Komfort in den Dorfhäusern
- die Alterung der Einheimischen
* Die Entwicklung des ländlichen Tourismus wurde seit den 1960er Jahren in die regionalen Entwicklungspläne mit einbezogen, bis heute aber mit wenig Erfolg.
* Neue Versuche zur Revitalisierung des traditionellen Tourismus gab es vor allem in den 1980er Jahren, vor allem in den unterentwickeltsten Teilen des Landes. Um das alte Image abzulegen, startete die ungarische Regierung 1997 über Entwicklungsagenturen und Tourismusorganisationen eine Kampagne zur Förderung des inländischen Urlaubs (samt ländlicher Tourismus).
* Heutzutage interessieren sich ausländische Touristen vor allem für drei Arten des ländlichen Tourismus:
- als erstes in der Übernachtung in der Nähe bekannter Tourismusziele (niedrigere Preise),
- als zweites in Folkloreprogrammen und Pferde-Shows in der “Puszta” (ursprünglich in der Tiefebene im östlichen Teil des Landes, jedoch werden solche Shows heute auch rund um den Balaton, dem zweitwichtigsten Ferienziel veranstaltet, damit die Urlauber nicht zur eigentlichen “Puszta” reisen müssen). Die Entwicklung aller sonstigen ländlichen Tourismusarten (inklusive aktiver Naturferien oder Teilnahme am Farmleben) steckt jedoch noch in Kinderschuhen.
- als drittes, Gastronomie- und Weinprogramme der traditionellen Küche
* 1998 waren in Ungarn ca. 2000 Betten für den ländlichen Tourismus registriert, wobei die Belegung bei geringer Nachfrage durchschnittlich unter 10% lag
* Bis 2001 wuchs die Gesamtzahl der Betten auf 6675.
* Heute umfasst die Kapazität rund 47.000 Betten al seine Antwort auf die ständig wachsende Nachfrage. Der Nationale Bund für den ländlichen und Agrotourismus spielt eine wichtige Rolle im ländlichen Tourismus des Landes. Dieser Bund vertritt die wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen jener Akteure, die zur Entwicklung und Unterstützung des ländlichen und Agrotourismus beitragen. Als Hauptziel gilt die Förderung des Lebensstandards der ländlichen Bevölkerung.
* Unter den Ungarn und Ausländern gibt es zahlreiche gewissenhafte Besucher. Ihre Zufriedenheit beweist, dass das Produkt ein echtes Qualitätsprodukt ist.

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